Je länger ich Yoga praktiziere und unterrichte, desto weniger glaube ich daran, dass es im Leben darum geht, einen dauerhaft ausgeglichenen Zustand zu erreichen. Wir sind nicht jeden Tag gleich und wahrscheinlich wäre es auch gar nicht sinnvoll, es sein zu wollen. Manchmal brauchen wir Ruhe, manchmal Aktivität. Manchmal suchen wir Nähe, ein anderes Mal möchten wir Abstand. Es gibt Zeiten, in denen uns Sicherheit und Verlässlichkeit guttun, und andere, in denen wir etwas verändern müssen.
Für mich liegt Harmonie deshalb nicht darin, einen bestimmten Zustand festzuhalten. Harmonie entsteht vielmehr aus der Fähigkeit, sich zwischen unterschiedlichen Polen bewegen zu können.
Genau darin liegt für mich auch eine wesentliche Qualität von Yoga. Yoga bedeutet Verbindung, aber Verbindung heißt nicht, Unterschiede aufzulösen. Ganz im Gegenteil: Wir lernen, Gegensätze wahrzunehmen und mit ihnen umzugehen. Stabilität und Beweglichkeit, Kraft und Loslassen, Spannung und Entspannung, Einatmung und Ausatmung gehören zusammen. Das eine bekommt seine Bedeutung oftmals überhaupt erst durch das andere.
Yoga und die Erfahrung von Gegensätzen
Besonders deutlich begegnet uns dieser Gedanke beispielsweise im Yoga Nidra. In der Satyananda-Tradition ist die bewusste Wahrnehmung gegensätzlicher Empfindungen ein Bestandteil der Praxis. Dabei geht es nicht darum, einen der beiden Zustände zum richtigen zu erklären. Unterschiedliche Empfindungen dürfen wahrgenommen werden, ohne dass wir sofort an einer davon festhalten müssen.
Auch wissenschaftlich wird Yoga Nidra inzwischen untersucht. Eine systematische Übersichtsarbeit mit Meta-Analyse fand Hinweise darauf, dass Yoga Nidra unter anderem Stress, Angst und depressive Symptome positiv beeinflussen könnte. Gleichzeitig weisen die Autoren darauf hin, dass die Qualität der bisherigen Studien unterschiedlich ist. Deshalb sollten daraus keine zu einfachen neurobiologischen Erklärungen abgeleitet werden. Wer tiefer einsteigen möchte, findet die Untersuchung bei PubMed.
Nähe und Distanz, Dauer und Wechsel
Dieser Gedanke der Polarität begegnet uns auch außerhalb des Yoga. Das Riemann-Thomann-Modell beschreibt vier menschliche Grundausrichtungen: Nähe und Distanz sowie Dauer und Wechsel. Das Modell wird unter anderem genutzt, um unterschiedliche Bedürfnisse, Verhaltensweisen und Beziehungsdynamiken verständlicher zu machen.
Dabei ist mir eine Unterscheidung wichtig: Ich verstehe das Riemann-Thomann-Modell nicht als Möglichkeit, Menschen in feste Persönlichkeitstypen einzuteilen. Für meine Arbeit ist es vielmehr ein Reflexionsmodell. Auch das Schulz-von-Thun-Institut beschreibt es als Modell für Persönlichkeit, Beziehung und Entwicklung.
Und genau so möchte ich auch mit den fünf Elementen arbeiten. Ich möchte niemanden zum Erde-, Wasser-, Feuer- oder Luftmenschen erklären. Raum, Erde, Wasser, Feuer und Luft sind für mich Qualitäten, die uns in unterschiedlichen Situationen mehr oder weniger zur Verfügung stehen.
Nicht ein Pol ist richtig. Entscheidend ist die Beweglichkeit zwischen den unterschiedlichen Qualitäten.
Erde und Luft – zwischen Stabilität und Veränderung
In der Qualität von Dauer erkenne ich vieles wieder, was ich mit dem Element Erde verbinde. Erde bedeutet für mich zunächst Boden, Kontakt und Stabilität.
Wenn ich Yoga praktiziere, beginnt Erde nicht damit, eine perfekte Haltung herzustellen. Ich spüre zunächst die Flächen, die mich tragen. Ich nehme Kontakt zum Boden auf und entwickle einen angemessenen Muskeltonus. Vielleicht ziehe ich in einer stehenden Position die Füße sanft zueinander, ohne dass sie sich tatsächlich bewegen. Dadurch können Muskeln um ein Gelenk gleichzeitig aktiv werden. Es entsteht eine Form von Kokontraktion.
Dieses Prinzip lässt sich auch auf unseren Alltag übertragen. Routinen können Erde sein. Menschen, auf die wir uns verlassen können, geben uns Boden. Ein Zuhause, klare Absprachen, ein geregelter Tagesablauf oder einfach die Gewissheit, dass nicht jeden Tag alles neu entschieden werden muss, können Qualitäten von Erde sein.
Erde sagt: Ich bin hier. Ich habe etwas, worauf ich stehen kann.
Aber wie bei allen Qualitäten kann auch Erde zu dominant werden. Sicherheit kann zum Festhalten werden. Gewohnheiten können uns irgendwann daran hindern, Neues zuzulassen. Wenn jede Veränderung verunsichert und wir versuchen, das Leben möglichst unveränderlich zu machen, fehlt möglicherweise nicht noch mehr Stabilität.
Vielleicht brauchen wir dann den Gegenpol.
Hier kommt für mich Luft ins Spiel. Luft steht für Weite, Veränderung, Offenheit und Perspektivwechsel. Darin erkenne ich eine Verbindung zum Pol Wechsel im Riemann-Thomann-Modell. Luft lädt uns ein, etwas anders zu machen, einen eingefahrenen Gedanken loszulassen, eine andere Richtung einzuschlagen oder überhaupt erst wieder zu entdecken, dass es mehr als eine Möglichkeit gibt.
Doch auch Luft ist nicht grundsätzlich besser. Wer ständig etwas Neues braucht, viele Dinge beginnt, sich kaum festlegen möchte und nirgends wirklich ankommt, braucht möglicherweise nicht noch mehr Freiheit.
Vielleicht braucht dieser Mensch Erde.
Das Ziel ist also nicht möglichst viel Erde oder möglichst viel Luft. Interessant ist die Fähigkeit, zwischen Stabilität und Veränderung beweglich zu bleiben.
Wasser und Feuer – zwischen Nähe und Distanz
Ähnlich verhält es sich mit Wasser und Feuer. Wasser verbinde ich mit Nähe, Verbindung und Anpassungsfähigkeit. Wasser fließt. Es muss nicht alles kontrollieren und kann auf das reagieren, was ihm begegnet.
In unserem Leben kann sich diese Qualität darin zeigen, dass wir zuhören können, uns auf andere Menschen einlassen, Unterstützung zulassen oder mitfühlend reagieren. Hier sehe ich eine Verbindung zur Nähe im Riemann-Thomann-Modell.
Doch auch Nähe braucht eine Grenze. Wer sich ausschließlich an anderen orientiert, immer verfügbar ist, Konflikte vermeidet oder die Bedürfnisse anderer ständig vor die eigenen stellt, kann irgendwann den Kontakt zu den eigenen Grenzen verlieren.
Dann braucht es möglicherweise Feuer.
Feuer schafft Richtung. Feuer sagt nicht nur Ja, sondern kann auch Nein sagen. Es hilft uns, Entscheidungen zu treffen, Verantwortung zu übernehmen und Grenzen wahrzunehmen und zu vertreten.
Darin erkenne ich eine Verbindung zum Pol Distanz. Distanz bedeutet dabei für mich keineswegs Kälte oder Ablehnung. Gesunde Distanz kann Eigenständigkeit ermöglichen.
Ich kann einem Menschen verbunden sein und trotzdem bei mir bleiben.
Auch hier gehört der Gegenpol dazu. Wenn Feuer zu dominant wird, kann aus Klarheit Härte werden. Aus Eigenständigkeit kann Abschottung werden und aus Richtung Kontrolle. Dann brauchen wir möglicherweise wieder Wasser: zuhören, durchlässiger werden und akzeptieren, dass nicht alles nach unserem Plan laufen muss.
Was hat unser Nervensystem damit zu tun?
Damit kommen wir zu einem weiteren Aspekt, der mich in meiner Arbeit zunehmend beschäftigt: unserem Nervensystem und der Fähigkeit zur Regulation.
Unser Nervensystem ist fortlaufend daran beteiligt, den Organismus an innere und äußere Anforderungen anzupassen. Wenn wir körperlich oder psychisch gefordert sind, verändert sich unsere Aktivierung. Unser Herz kann schneller schlagen, unsere Aufmerksamkeit fokussierter werden und unsere Muskulatur kann mehr Spannung entwickeln.
Das ist zunächst nichts Schlechtes. Wir benötigen Aktivierung, um handeln zu können.
Deshalb finde ich die Vorstellung problematisch, dass Entspannung grundsätzlich das Ziel sein müsse. Resilienz bedeutet für mich nicht, möglichst wenig Stress oder Aktivierung zu erleben. Viel interessanter ist die Frage, wie flexibel wir mit unterschiedlichen Anforderungen umgehen und wie gut wir anschließend wieder in einen anderen Zustand zurückfinden können.
Erde als körperliche Orientierung
Gerade deshalb finde ich das Element Erde in Verbindung mit dem Nervensystem spannend. Wenn ich meine Füße bewusst wahrnehme, einen Widerstand aufbaue oder eine sanfte Kokontraktion entwickle, entsteht zunächst nicht unbedingt Entspannung. Im Gegenteil: Muskulatur wird aktiv.
Aber diese Aktivität kann bewusst, dosierbar und kontrollierbar sein. Gleichzeitig bekommt das Nervensystem Informationen über Druck, Muskelspannung, Gelenkstellung und Körperposition.
Die Bewegungswissenschaft kennt die gleichzeitige Aktivierung von Agonisten und Antagonisten gut. Kokontraktion kann abhängig von der Aufgabe zur Stabilisierung eines Gelenks beitragen. Mehr ist dabei jedoch nicht automatisch besser. Zu viel Kokontraktion kann Bewegung unnötig starr machen. Interessierte finden dazu eine Übersicht über Muskel-Kokontraktion und Bewegungssteuerung bei PubMed.
Ebenso wichtig ist die Propriozeption. Informationen aus Muskeln, Sehnen, Gelenken und Haut tragen dazu bei, dass unser Nervensystem fortlaufend Informationen über Körperposition, Bewegung und Kraft erhält.
Wenn ich im Yoga bewusst den Boden wahrnehme, Druck erzeuge, Muskelspannung dosiere und diese anschließend wieder verändere, arbeite ich also mit realen sensorischen und motorischen Prozessen.
Ich erlebe:
Ich bin da. Ich spüre mich. Ich kann Kraft entwickeln. Ich kann die Kraft wieder reduzieren.
Ob jemand dadurch unmittelbar ruhiger wird, lässt sich allerdings nicht pauschal behaupten. Menschen reagieren unterschiedlich und auch der Kontext spielt eine Rolle. Deshalb würde ich nicht sagen: „Erde aktiviert den Vagusnerv.“ Diese Aussage wäre zu einfach.
Stimmiger finde ich:
Klare sensorische Information, Bodenkontakt und dosierbare Muskelaktivität können Orientierung und körperliche Selbstregulation unterstützen.
Erde bedeutet nicht automatisch Entspannung. Bodenkontakt, Wahrnehmung und dosierte Aktivität können Orientierung unterstützen.
Vagusnerv, Atmung und Resilienz
Der Vagusnerv wird heute häufig als eine Art Entspannungsschalter dargestellt. So einfach funktioniert unser Nervensystem allerdings nicht. Auch die Herzratenvariabilität, kurz HRV, lässt sich nicht einfach mit „viel Vagus ist gut“ oder einem festen Verhältnis von Sympathikus und Parasympathikus gleichsetzen.
Gut untersucht ist dagegen die Atmung. Eine große systematische Übersichtsarbeit und Meta-Analyse zeigt, dass langsames freiwilliges Atmen Parameter der vagal vermittelten Herzratenvariabilität beeinflussen kann. Die Studie ist frei über PubMed auffindbar.
Für mich macht deshalb eine Praxis Sinn, in der Kraft und Atem nicht gegeneinander arbeiten. Ich kann meine Füße in den Boden bringen, Widerstand erzeugen und Kraft entwickeln – und dabei weiteratmen. Anschließend kann ich die Spannung reduzieren und wahrnehmen, was sich verändert.
Das Ziel ist nicht, ständig möglichst entspannt oder parasympathisch zu sein.
Das Ziel ist Anpassungsfähigkeit.
Genau darin sehe ich eine wichtige Verbindung zur Resilienz. Nicht darin, dass uns nichts mehr aktiviert, sondern darin, dass wir unterschiedliche Zustände erleben können, ohne dauerhaft in einem davon festzustecken.
Raum kommt zuerst
Damit bekommt das Element Raum für mich eine besondere Bedeutung. Raum steht in meiner Arbeit bewusst am Anfang. Bevor ich entscheide, was ich brauche, muss ich überhaupt wahrnehmen können, was gerade geschieht.
Das klingt selbstverständlich, ist es aber im Alltag häufig nicht. Wir reagieren sehr schnell. Etwas ärgert uns und wir antworten sofort. Wir fühlen uns unruhig und lenken uns ab. Wir sind erschöpft und versuchen trotzdem weiterzumachen. Oder wir spüren Spannung und wollen sie möglichst schnell loswerden.
Raum bedeutet zunächst, nichts davon sofort korrigieren zu müssen.
Ich beobachte.
Wie geht es mir gerade? Wie atme ich? Was macht mein Körper? Bin ich tatsächlich müde oder eigentlich unruhig? Brauche ich Ruhe oder vielleicht Bewegung? Wünsche ich mir Nähe oder brauche ich eine Grenze? Halte ich an etwas fest, weil es mir Stabilität gibt – oder fällt mir Veränderung gerade schwer?
In diesem kleinen Moment des Beobachtens entsteht Wahlmöglichkeit.
Deshalb ist Raum für mich nicht einfach ein weiteres Element neben den anderen. Raum schafft die Voraussetzung dafür, mit den anderen Qualitäten bewusster umgehen zu können.
Erst wahrnehmen. Dann handeln.
Die fünf Elemente als Kompass für den Alltag
Von dort aus kann ich mich fragen, was mir im Moment helfen könnte. Vielleicht brauche ich Erde, weil alles ungeordnet und hektisch geworden ist. Vielleicht brauche ich Wasser, weil ich mich zurückgezogen habe und eigentlich Verbindung wünsche. Vielleicht ist Feuer notwendig, weil ich seit Wochen einer Entscheidung ausweiche oder keine klare Grenze setze. Oder ich brauche Luft, weil mein Leben so fest und durchorganisiert geworden ist, dass kaum noch etwas Neues passieren darf.
Es kann aber genauso gut sein, dass die Antwort genau umgekehrt ausfällt. Wer ohnehin ständig funktioniert und alles kontrolliert, braucht möglicherweise nicht noch mehr Feuer. Wer sich an Routinen festklammert, braucht vielleicht keine zusätzliche Erde. Und wer immer versucht, es allen recht zu machen, benötigt möglicherweise nicht noch mehr Wasser, sondern eine klare Grenze.
So werden die fünf Elemente im Alltag für mich zu einem einfachen Kompass.
Nicht als Diagnose. Nicht als Persönlichkeitstest. Und auch nicht als Behauptung, dass ein bestimmtes Element automatisch einen bestimmten Teil unseres Nervensystems aktiviert.
Die fünf Elemente sind eine Sprache, mit der ich Erfahrungen ordne und Fragen stelle.
Was ist gerade da? Was ist vielleicht zu viel? Und welche Qualität würde meinen Handlungsspielraum vergrößern?

Ein Beispiel aus dem Alltag
Nehmen wir einen ganz normalen Tag. Ich komme gestresst nach Hause, der Kopf arbeitet weiter, der Körper ist angespannt und eigentlich möchte ich nur, dass dieser Zustand endlich verschwindet.
Vielleicht würde ich normalerweise versuchen, mich auf das Sofa zu legen und zu entspannen. Aber möglicherweise funktioniert das gar nicht, weil mein gesamtes System noch auf Aktivität eingestellt ist.
Dann könnte Raum zunächst bedeuten, überhaupt wahrzunehmen, was gerade los ist.
Danach vielleicht Erde: Füße spüren, den Körper wahrnehmen, einen bewussten Widerstand erzeugen, für ein paar Minuten eine kräftige Yogaposition einnehmen oder zunächst etwas Struktur in die nächsten Schritte bringen.
Vielleicht merke ich danach, dass hinter meinem Stress eigentlich etwas anderes steckt. Ich fühle mich allein und möchte mit jemandem sprechen.
Dann brauche ich vielleicht Wasser.
Oder ich erkenne, dass ich seit Tagen wütend bin, weil ich eine zusätzliche Aufgabe übernommen habe, obwohl ich sie gar nicht übernehmen wollte.
Dann braucht es möglicherweise Feuer und am nächsten Tag ein klares Nein.
Vielleicht stelle ich aber auch fest, dass ich mich gedanklich seit Stunden im Kreis drehe. Dann gehe ich raus, bewege mich, bekomme Abstand und entdecke plötzlich eine andere Perspektive.
Dann war vielleicht Luft das fehlende Element.
Dasselbe äußere Problem kann also völlig unterschiedliche Antworten brauchen. Genau deshalb halte ich starre Regeln für wenig hilfreich – weder im Yoga noch im Leben.
Harmonie bedeutet nicht Stillstand
Für mich bedeutet Yoga deshalb immer mehr, Bedingungen zu schaffen, unter denen wir uns selbst besser wahrnehmen und organisieren können.
Nicht sofort korrigieren. Nicht sofort bewerten. Nicht sofort festlegen, was richtig und falsch ist.
Erst wahrnehmen. Dann herausfinden, was gerade gebraucht wird. Und schließlich ausprobieren, ob sich dadurch etwas verändert.
Vielleicht ist das auch eine andere Möglichkeit, Harmonie zu verstehen.
Harmonie bedeutet nicht, dass alle Spannungen verschwinden. Musik würde ziemlich langweilig klingen, wenn sie nur aus einem einzigen Ton bestünde. Erst unterschiedliche Töne, Pausen, Spannungen und Auflösungen lassen etwas Lebendiges entstehen.
Warum sollte es in unserem Leben anders sein?
Wir brauchen Erde und Luft. Wir brauchen Wasser und Feuer. Wir brauchen Nähe und Distanz, Dauer und Wechsel, Aktivität und Erholung. Und wir brauchen Raum, um überhaupt wahrnehmen zu können, wo wir gerade stehen.
Vielleicht besteht ein harmonisches Leben deshalb nicht darin, endlich den perfekten Mittelpunkt zu finden und dort zu bleiben.
Vielleicht besteht es darin, beweglich genug zu werden, um immer wieder einen neuen Mittelpunkt zu finden.
Und vielleicht ist genau darin ein wesentlicher Aspekt von Resilienz zu finden: nicht zu verhindern, dass das Leben uns bewegt, sondern unsere Möglichkeiten zu erweitern, mit Veränderungen umzugehen und uns immer wieder neu zu organisieren.
Die fünf Elemente nutze ich in meiner Arbeit als Orientierungs- und Erfahrungsmodell. Die Verbindung zu Riemann-Thomann, Nervensystem und Resilienz ist eine praktische Synthese verschiedener Ansätze und nicht als eigenständiges wissenschaftliches Erklärungsmodell zu verstehen.


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